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Lyrics


Sheetmusic
Robert Schumann   Opus 79

Liederalbum für die Jugend Op. 79

Song 1849.
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1. Du lieblicher Stern

Author(s): August Heinrich Hoffmann von Fallersleben

 Du lieblicher Stern,
 Du leuchtest so fern,
 Doch hab ich dich denoch von Herzen so gern.

 Wie lieb ich doch dich
 So herzinniglich!
 Dein funkelndes Äuglein blickt immer auf mich.

 So blick ich nach dir,
 Sei's dort oder hier:
 Dein freundliches Äuglein steht immer vor mir.

 Wie nickst du mir zu
 In fröhlicher Ruh!
 O liebliches Sternlein, o wär ich wie du!

2. Schmetterling

Author(s): August Heinrich Hoffmann von Fallersleben

 O Schmetterling sprich,
 was fliehest du mich?
 warum doch so eilig, 
 jetzt fern und dann nah!

 Jetzt fern und dann nah,
 jetzt hier und dann da. -- 
 ich will dich nicht haschen,
 ich tu dir kein Leid.

 Ich tu dir kein Leid:
 o bleib allezeit! 
 und wär ich ein Blümchen,
 so spräch ich zu dir. 

 So spräch ich zu dir: 
 komm, komm doch zu mir! 
 ich schenk dir mein Herzchen,
 wie gut bin ich dir!

3. Frühlingsbotschaft

Author(s): August Heinrich Hoffmann von Fallersleben

 Kuckuck, Kuckuck ruft aus dem Wald:
 Lasset uns singen, lasset uns springen,
 Lasset uns singen und springen!
 Frühling wird es nun bald!

 Kuckuck, Kuckuck läßt nicht sein Schrein:
 Komm in die Felder, Wiesen und Wälder!
 Komm in die Felder und Wälder!
 Frühling, stelle dich ein!

 Kuckuck, Kuckuck, trefflicher Held!
 Was du gesungen, ist dir gelungen,
 Ist dir gelungen, gelungen:
 Winter räumet das Feld.

4. Frühlingsgrüß

Author(s): August Heinrich Hoffmann von Fallersleben

 So sei gegrüßt vieltausendmal, holder, holder Frühling!
 Willkommen hier in unserm Tal, holder, Holder Frühling!
 Holder Frühling, überall
 Grüßen wir dich froh mit Sang und Schall

 Du kommst, und froh ist alle Welt, holder, holder Frühling!
 Es freut sich Wiese, Wald und Feld, holder, holder Frühling!
 Jubel tönt dir überall,
 Dich begrüßet Lerch und Nachtigall.

 So sei gegrüß vieltausendmal, holder, holder Frühling!
 O bleib recht lang' in unserm Tal, holder, holder Frühling!
 Kehr in alle Herzen ein,
 Laß doch alle mit uns fröhlich sein!

5. Vom Schlaraffenland

Author(s): August Heinrich Hoffmann von Fallersleben

 Kommt, wir wollen uns begeben
 Jetzo ins Schlaraffenland!
 Seht, da ist ein ustig Leben
 Und das Trauernun bekannt!

 Seht, da läßt sich billig leben
 Und omsonst recht lustig sein.
 Milch und Honig fließt in Bächen,
 Aus den Felsen quillt der Wein!

 Und von Kuchen, Butterwecken
 Sind die Zweige voll und schwer;
 Feigen wachsen in den Hecken,
 Ananas im Busch umher.

 Keiner darf sich müh'n und bücken,
 Alles stellt von selbst sich ein.
 O wie ist es zum entzücken!
 Ei, wer möchte dort nicht sein!

 Und die straßen aller Orten,
 Jeder Weg und jede Bahn
 Sind gebaut aus Zuckertorten
 Und Bonbons und Marzipan.

 Und von Brezeln sind die Brücken
 Aufgeführt gar hübsch und fein. 
 O wie ist es zum Entzücken!
 Ei, wer möchte dort nicht sein!

 Ja, das mag ein schönes Leben
 Und ein herrlich Ländchen sein.
 Mancher hat sich hinbegeben,
 Aber keiner kam hinein.

 Ja, und habt ihr keine Flügel,
 Nie gelangt ihr bis ans Tor,
 Denn es liegt ein breiter Hügel
 Ganz von Pflaumenmus davor.

6. Sonntag

Author(s): August Heinrich Hoffmann von Fallersleben

 Der Sonntag ist gekommen,
 Ein Sträußchen auf dem Hut;
 Sein Aug ist mild und heiter,
 Er meint's mit allen gut.

 Er steiget auf die Berge,
 Er wandelt durch das Tal,
 Er ladet zum Gebete
 Die Menschen allzumal.

 Und wie in schönen Kleidern
 Nun pranget jung und alt,
 Hat er für sie geschmücket
 Die Flur und auch den Wald.

 Und wie er allen Freude
 Und Frieden bringt und Ruh,
 So ruf auch du nun jedem
 "Gott grüß dich" freundlich zu.
 "Gott grüß dich" freundlich zu.

7a. Zigeunerliedchen I

Author(s): Emanuel von Geibel, Anonymous/Unidentified Artist

 Unter die Soldaten ist ein Zigeunerbub' gegangen,
 Mit dem Handgeld ging er durch, und morgen muß er hangen.

 Holten mich aus meinem Kerker, setzten auf den Esel mich,
 Geißelten mir meine Schultern, daß das Blut floß auf den Weg.

 Holten mich aus meinem Kerker, stießen mich ins Weite fort,
 Griff ich rasch nach meiner Büsche, tat auf sie den ersten Schuß.

7b. Zigeunerliedchen II

Author(s): Emanuel von Geibel, Anonymous/Unidentified Artist

 Jeden Morgen, in der Frühe,
 Wenn mich weckt das Tageslicht,
 Mit dem Wasser meiner Augen
 Wasch' ich dann mein Angesicht.

 Wo die Berge hoch sich türmen
 An dem Saum des Himmels dort,
 Aus dem Haus, dem schönen Garten,
 Trugen sie bei Nacht mich fort.

8. Ich bin vom Berg der Hirtenknab

Author(s): Johann Ludwig Uhland

 Ich bin vom Berg der Hirtenknab,
 Seh auf die Schlösser all herab.
 Die Sonne strahlt am ersten hier,
 Am längsten weilet sie bei mir,
 Ich bin der Knab' vom Berge, 
 Vom Berg der Hirtenknab!

 Hier ist des Stromes Mutterhaus,
 Ich trink' ihn frisch vom Stein heraus,
 Er braust am Fels in wildem Lauf,
 Ich fang' ihn mit den Armen auf.
 Ich bin der Knab' vom Berge, 
 Vom Berg der Hirtenknab!

 Der Berg, der ist mein Eigentum,
 Da ziehn die Stürme rings herum,
 Und heulen sie von Nord und Süd,
 So überschallt sie doch mein Lied.
 Ich bin der Knab' vom Berge, 
 Vom Berg der Hirtenknab!

 Sind Blitz und Donner unter mir,
 So steh' ich hoch im Blauen hier;
 Ich kenne sie und rufe zu:
 Laßt meines Vaters Haus in Ruh!
 Ich bin der Knab' vom Berge, 
 Vom Berg der Hirtenknab!

 Und wann die Sturmglock' einst erschallt,
 Manch Feuer auf den Bergen wallt,
 Dann steig' ich nieder, tret' ins Glied
 Und schwing' mein Schwert und sing' mein Lied:
 Ich bin der Knab' vom Berge, 
 Vom Berg der Hirtenknab!

9. Komm, lieber Mai, und mache

Author(s): Christian Adolf Overbeck

 Komm, lieber Mai, und mache
 Die Bäume wieder grün,
 Und laß mir an dem Bache
 Die kleinen Veilchen blühn!
 
 Wie möcht ich doch so gerne
 Ein Veilchen wieder sehn,
 Ach, lieber Mai, wie gerne
 Einmal spazieren gehn!

 Zwar Winterage haben
 Wohl auch der Freuden viel;
 Man kann im Schnee eins traben
 Und treibt manch Abendspiel,

 Baut Häuschen von Karten,
 Spielt Blindekuh und Pfand;
 Auch gibt's wohl Schlittenfahrten
 Auf's liebe freie Land.

 Doch wenn die Vöglein singen
 Und wir dann froh und flink
 Auf grünen Rasen springen,
 Das ist ein ander Ding!

 Jetzt muß mein Steckenpferdchen
 Dort in dem Winkel stehn;
 Denn draußen in dem Gärtchen
 Kann man vor Kot nicht gehn.

 Am meisten aber dauert
 Mich Lottchens Herzeleid;
 Das arme Mädchen lauert
 Recht auf die Blumenzeit; 

 Umsonst hol ich ihr Spielchen
 Zum Zeitvertreib herbei,
 Sie sitzt in ihrem Stühlchen
 Wie Hühnchen auf dem Ei.

 Ach, wenn's doch erst gelinder
 Und grüner draußen wär!
 Komm, lieber Mai, wir Kinder,
 Wir bitten dich gar sehr!

 O komm und bring vor allen
 Uns viele Veilchen mit,
 Bring auch viel Nachtigallen
 Und schöne Kuckucks mit!

10. Ich armes Käuzlein kleine

Author(s): Des Knaben Wunderhorn

 Ich armes Käuzlein kleine,
 Wo soll ich fliegen aus,
 Bei Nacht so gar alleine,
 Bringt mir so manchen Graus
 Das macht der Eulen Ungestalt
 Ihr Trauern mannigfalt.
 
 Ich wills Gefieder schwingen,
 Gen Holz in grünen Wald,
 Die Vögel hören singen,
 In mancherlei Gestalt
 Vor allen lieb' ich Nachtigall,
 Vor allen liebt' mich Nachtigall.

 Die Kinder unten glauben,
 Ich deute Böses an,
 Sie wollen mich vertreiben
 Das ich nicht schreien kann
 Wenn ich was deute tut's mir leid,
 Und was ich schrei' ist keine Freud'.

 Mein Ast ist mir entwichen,
 Darauf ich ruhen sollt',
 Sein Blättlein all' verblichen,
 Frau Nachtigall geholt
 Das schafft der Eulen falsche Tück,
 Die störet all mein Glück.

11. Hinaus in's Freie

Author(s): August Heinrich Hoffmann von Fallersleben

 Wie blüht es im Tale,
 wie grünt's auf den Höhn!
 Und wie ist es doch im Freien,
 im Freien so schön!
 Es ladet der Frühling,
 der Frühling uns ein,
 Nach der Weidenflöte sollen
 wir springen zum Reihn.

 Es ladet der Frühling,
 der Frühling uns ein;
 Nach der Weidenflöte sollen
 wir springen Reihn.
 Wer wollte nicht tanzen
 dem Frühling zu Lieb',
 Der den schlimmen, langen Winter
 uns endlich vertrieb?

 Wer wollte nicht tanzen
 dem Frühling zu Lieb',
 Der den schlimmen, langen Winter
 uns endlich vertrieb?
 So kommet, so kommet
 ins Freie hinaus!
 Wann die Abendglocke läntet,
 geht's wieder nach Haus!

12. Der Sandmann

Author(s): (Gustav) Hermann Kletke

 Zwei feine Stieflein hab ich an 
 mit wunderweichen Söhlchen dran,
 ein Säcklein hab ich hintenauf! 
 husch! tripp! ich rasch die Trepp hinauf.

 Und wenn ich in die Stube tret,
 die Kinder beten ein Gebet: 
 von meinem Sand zwei Körnelein
 streu ich auf ihre Äugelien, 
 da schlafen sie die ganze Nacht 
 in Gottes und der Englein Wacht. 

 Von meinem Sand zwei Körnelein
 streut' ich auf ihre Äugelein: 
 den frommen Kindern soll gar schön
 ein froher Traum vorübergehn. 

 Nun risch und rasch mit Sack und Stab
 nur wieder jetzt die Trepp hinab. 
 Ich kann nicht länger müßig stehn,
 muß heut noch zu gar vielen gehn. 
 Da nickt ihr schon und lacht im Traum,
 und öffnete doch mein Säcklein kaum.

13. Marienwürmchen

Author(s): Des Knaben Wunderhorn

 Marienwürmchen, setze dich auf meine Hand,
 Ich tu' dir nichts zuleide.
 Es soll dir nichts zuleid geschehn,
 Will nur deine bunten Flügel sehn,
 Bunte Flügel meine Freude.

 Marienwürmchen, fliege weg,
 Dein Häuschen brennt, die Kinder schrein
 So sehre, wie so sehre.
 Die böse Spinne spinnt sie ein,
 Marienwürmchen, flieg hinein,
 Deine Kinder schreien sehre.

 Marienwürmchen, fliege hin zu Nachbars Kind,
 Sie tun dir nichts zuleide.
 Es soll dir ja kein Leid geschehn,
 Sie wollen deine bunten Flügel sehn,
 Und grüß sie alle beide.

14. Die Waise

Author(s): August Heinrich Hoffmann von Fallersleben

 Der Frühling kehret wieder,
 Und alles freuet sich,
 Ich blicke traurig nieder,
 Er kam ja nicht für mich.

 Was soll mir armen Kinde
 Des Frühlings Pracht und Glanz?
 Denn wenn ich Blumen winde,
 Ist es zum Totenkranz.

 Ach! keine Hand geleitet
 Mich heim ins Vaterhaus,
 Und keine Mutter breitet
 Die Arme nach mir aus.

 O Himmel, gib mir wieder,
 Was deine Liebe gab
 Blick ich zur Erde nieder,
 So seh ich nur ihr Grab.

15. Vöglein vom Zweig

Author(s): Friedrich Hebbel

 Vöglein vom Zweig
 Gaukelt hernieder;
 Lustig sogleich
 Schwingt es sich wieder.

 Jetzt dir so nah,
 Jetzt sich versteckend;
 Abermals da,
 Scherzend und neckend.

 Tastest du zu,
 Bist du betrogen,
 Spottend im Nu
 Ist es entflogen.

 Still! Bis zur Hand
 Wird's dir noch hüpfen,
 Bist du gewandt,
 Kann's nicht entschlüpfen.

 Ist's denn so schwer
 Das zu erwarten?
 Schau' um dich her:
 Blühender Garten!

 Ei, du verzagst?
 Laß' es gewähren,
 Bis du's erjagst,
 Kannst du's entbehren.

 Wird's doch auch dann
 Wenig nur bringen,
 Aber es kann
 Süßestes singen.

16. Weihnachtslied

Author(s): Hans Christian Andersen

 Als das Christkind war zur Welt gebracht,
 Das uns von der Hölle gerettet,
 Da lag's auf der Krippe bei finstrer Nacht,
 Auf Stroh und Heu gebettet;
 Doch über der Hütte glänzte der Stern,
 Und der Ochse küßte den Fuß des Herrn.
 Halleluja, Kind Jesus!

 Ermanne dich, Seele, die krank und matt,
 Vergiß die nagenden Schmerzen.
 Ein Kind ward geboren in Davids Stadt
 Zum Trost für alle Herzen.
 O laßt uns wallen zum Kindlein hin,
 Und Kinder werden in Geist und Sinn.
 Halleluja, Kind Jesus!

17. Die wandelnde Glocke

Author(s): Johann Wolfgang von Goethe

 Es war ein Kind, das wollte nie
 Zur Kirche sich bequemen,
 Und sonntags fand es stets ein Wie,
 Den Weg ins Feld zu nehmen.

 Die Mutter sprach: die Glocke tönt,
 Und so ist dir's befohlen,
 Und hast du dich nicht hingewöhnt,
 Sie kommt und wird dich holen.

 Das Kind, es denkt: die Glocke hängt
 Da droben auf dem Stuhle.
 Schon hat's den Weg ins Feld gelenkt,
 Als lief' es aus der Schule.

 Die Glocke, Glocke tönt nicht mehr,
 Die Mutter hat gefackelt.
 Doch welch ein Schrecken hinterher!
 Die Glocke kommt gewackelt.

 Sie wackelt schnell, man glaubt es kaum;
 Das arme Kind im Schrecken,
 Es läuft, es rennt, als wie im Traum;
 Die Glocke wird es decken.

 Doch nimmt es richtig seinen Husch
 Und mit gewandter Schnelle,
 Eilt es durch Anger, Feld und Busch
 Zur Kirche, zur Kapelle.

 Und jeden Sonn- und Feiertag
 Gedenkt es an den Schaden,
 Läßt durch den ersten Glockenschlag
 Nicht in Person sich laden.

18. Frühlingslied

Author(s): August Heinrich Hoffmann von Fallersleben

 Schneeglöckchen klingen wieder
 Uns heitre Tag und Lieder.
 Wie läuten sie so schön
 Im Tal und auf den Höhn:
 Der König ziehet ein,
 Der König ist erschienen.
 Ihr sollt ihm treulich dienen
 Mit heitrem Blick und Mienen,
 O laßt den König ein.

 Er kommt vom Sterngefilde
 Und führt in seinem Schilde
 Die Güte nur und Milde.
 Er trägt die Freud und Lust
 Als Stern an seiner Brust,
 Ist gnädig jedermann,
 Den Herren und den Knechten,
 Den Guten und den Schlechten,
 Den Bösen und Gerechten,
 Sieht alle liebreich an.

 Ihr aber fragt und wißt es,
 Und wer's auch weiß, vergißt es,
 Der König Frühling ist es.
 Etgegen ihm mit Sang,
 Mit Saitenspiel und Klang!
 Der König ziehet ein,
 Der König ist erschienen.
 Ihr sollt ihm treulich dienen
 Mit heitrem Blick und Mienen,
 O laßt den König ein!

19. Frühlings Ankunft

Author(s): August Heinrich Hoffmann von Fallersleben

 Nach diesen trüben Tagen,
 Wie ist so hell das Feld!
 Zerrißne Wolken tragen
 Die Trauer aus der Welt.

 Und Keim und Knospe mühet
 Sich an das Licht hervor,
 Und manche Blume blühet
 zum Himmel still empor.

 Ja, auch so gar die Eichen
 Und Reben werden grün!
 O Herz, das sei dein Zeichen,
 werde froh und kühn!

20. Die Schwalben

Author(s): Des Knaben Wunderhorn

 Es fliegen zwei Schwalben ins Nachbar sein Haus,
 Sie fliegen bald hoch und bald nieder;
 Aufs Jahr, da kommen sie wieder,
 Und suchen ihr voriges Haus. 

 Sie gehen jezt fort ins neue Land,
 Und ziehen jezt eilig hinüber;
 Doch kommen sie wieder herüber,
 Das ist einem jeden bekannt. 

 Und kommen sie wieder zu uns zurück,
 Der Baur geht ihnen entgegen;
 Sie bringen ihm vielmahl den Segen,
 Sie bringen ihm Wohlstand und Glück.

21. Kinderwacht

Author(s): Anonymous/Unidentified Artist

 Wenn fromme Kindlein schlafen gehn,
 An ihrem Bett zwei Englein stehn,
 Decken sie zu, decken sie auf,
 Haben ein liebendes Auge drauf.

 Wenn aber auf die Kindlein stehn,
 Die beiden Engel schlafen gehn,
 Reicht nun nicht mehr der Englein Macht,
 Der liebe Gott hält selbst die Wacht.

22. Ihr Matten, lebt wohl

Author(s): Friedrich von Schiller

 Ihr Matten, lebt wohl,
 Ihr sonnigen Weiden!
 Der Senne muß scheiden,
 Der Sommer ist hin.

 Wir fahren zu Berg, wir kommen wieder,
 Wenn der Kuckuck ruft, wenn erwachen die Lieder,
 Wenn mit Blumen die Erde sich kleidet neu,
 Wenn die Brünnlein fließen im lieblichen Mai.

 Ihr Matten, lebt wohl,
 Ihr sonnigen Weiden!
 Der Senne muß scheiden,
 Der Sommer ist hin.

23. Frühling läßt sein blaues Band

Author(s): Eduard Mörike

 Frühling läßt sein blaues Band
 Wieder flattern durch die Lüfte;
 Süße, wohlbekannte Düfte
 Streifen ahnungsvoll das Land.
 Veilchen träumen schon,
 Wollen balde kommen.
 Horch, ein Harfenton!
 Frühling, ja du bist's!
 Dich hab ich vernommen!

24. Des Buben Schützenlied

Author(s): Friedrich von Schiller

 Mit dem Pfeil, dem Bogen
 Durch Gebirg und Tal
 Kommt der Schütz gezogen
 Früh am Morgenstrahl.

 Wie im Reich der Lüfte
 König ist der Weih. -
 Durch Gebirg und Klüfte
 Herrscht der Schütze frei.

 Ihm gehört das Weite,
 Was sein Pfeil erreicht,
 Das ist seine Beute,
 Was da kreucht und fleugt.

25. Schneeglöckchen

Author(s): Friedrich Rückert

 Der Schnee, der gestern noch in Flöckchen
 Vom Himmel fiel,
 Hängt nun geronnen heut als Glöckchen
 Am zarten Stiel.
 Schneeglöckchen läutet, was bedeutet's
 Im stillen Hain?
 O komm geschwind! Im Haine läutet's
 Den Frühling ein.
 O kommt, ihr Blätter, Blüt' und Blume,
 Die ihr noch träumt,
 All zu des Frühlings Heiligtume!
 Kommt ungesäumt!

26. Zum Sehen geboren

Author(s): Johann Wolfgang von Goethe

 Zum Sehen geboren,
 Zum Schauen bestellt,
 Dem Turme geschworen
 Gefällt mir die Welt.
 Ich blick' in die Ferne,
 Ich seh' in der Näh'
 Den Mond und die Sterne,
 Den Wald und das Reh.

 So seh' ich in allen
 Die ewige Zier,
 Und wie mir's gefallen,
 Gefall' ich auch mir.
 Ihr glücklichen Augen,
 Was je ihr gesehn,
 Es sei, was es wolle,
 Es war doch so schön!

27. Kennst du das Land, wo die Zitronen blühn

Author(s): Johann Wolfgang von Goethe

 Kennst du das Land, wo die Zitronen blühn,
 Im dunkeln Laub die Gold-Orangen glühn,
 Ein sanfter Wind vom blauen Himmel weht, 
 Die Myrte still und hoch der Lorbeer steht? 
 Kennst du es wohl?
 Dahin! dahin
 Möcht ich mit dir, o mein Geliebter, ziehn.

 Kennst du das Haus? Auf Säulen ruht sein Dach.
 Es glänzt der Saal, es schimmert das Gemach,
 Und Marmorbilder stehn und sehn mich an:
 Was hat man dir, du armes Kind, getan?
 Kennst du es wohl? 
 Dahin! dahin
 Möcht ich mit dir, o mein Beschützer, ziehn.

 Kennst du den Berg und seinen Wolkensteg?
 Das Maultier sucht im Nebel seinen Weg;
 In Höhlen wohnt der Drachen alte Brut;
 Es stürzt der Fels und über ihn die Flut! 
 Kennst du ihn wohl?
 Dahin! dahin
 Geht unser Weg! O Vater, laß uns ziehn!


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